WIE VIELE KINDER SIND GENUG? - WENN DER KINDERWUNSCH ENTZWEIT
Aktualisierter Beitrag von 2020, ergänzt April 2023 mit dem INPUT PODCAST von Radio SRF 3 und dem Artikel dazu auf SRF.CH
Veronika Schmidt
Über Jahrtausende garantierten Kinder Wohlstand und Überleben, waren lebenswichtig. Nach obigem Psalm die Speerspitze der Gesellschaft. Das sind sie eigentlich noch immer. Kinder sind die Zukunft. “Ohne Kindheit keine Menschheit”, darüber habe ich vor einiger Zeit einen Artikel geschrieben.
Doch unsere heutige Zeit verlangt in allen Lebensbereichen, auch in der Kinderfrage, die Überlegungen des Masses. Es geht mir nicht um Überbevölkerung. Es geht um das persönliche Mass an Ressourcen des Elternpaars. Es gilt die wirtschaftlichen, viel mehr aber auch die kräftemäßigen, physischen und psychischen Ressourcen beider Elternteile für die nächsten zwanzig bis dreißig Jahre sorgfältig zu berücksichtigen. Kinder sind schnell da, aber nicht ganz so schnell wieder weg und zehren unweigerlich an unseren Kräften. Auch zeigen Studien, dass Kinder nicht per se einfach glücklich machen. Im Gegenteil. Die belastendste Phase der Paarbeziehung ist die (Klein)Kinderphase.
Zudem - allein die Frage, wie viele es sein sollen, ist eigentlich eine Luxusfrage. Denn lange nicht alle Paare bekommen problemlos überhaupt Kinder. Und es gibt Paare, die keine Kinder möchten. So bleibt es eine individuelle Frage an sich selbst, ans Leben und an Gott, wie viele Pfeile der Köcher der Familie wohl enthalten soll. Doch was, wenn sich das Paar darüber nicht einig wird? Das folgende Interview mit mir und MAMAS UNPLUGGED kann Klarheit schaffen.
SEX UND LIEBE IN ZEITEN DES AUFRUHRS VON EVANGELIKAL UND POSTEVANGELIKAL
WIE KANN MAN OFFEN ÜBER SEX REDEN?
UND DAS IN ZEITEN DES AUFRUHRS VON EVANGELIKAL UND POSTEVANGELIKAL?
Darüber habe ich mich mit dem Podcaster Jason Liesendahl von SCHÖNER GLAUBEN unterhalten. Über Sex, Scham, Sprachfähigkeit, Masturbation, Purity Culture, Tabuisierungen, Pornografie, Fantasie, Polyamorie, Körperwahrnehmung – und über Fragen, die aus der Online-Community gestellt wurden. Sehr konkret, gut verständlich und mit dem Finger in der Wunde. Ein intensiver und sehr informativer Talk.
Ein Nachtrag zu Polyamorie
Der grosse Theologe Karl Barth hat sie gelebt. Doch wie so häufig einseitig. Er hatte eine zweite Liebe, seine Frau Nelly Hoffmann nicht. Zu dritt haben Karl, Nelly und Charlotte von Kirschbaum unter einem Dach mit den Kindern von Karl und Nelly zusammengelebt, erst in Münster, dann in Basel. Mit mehr Tiefen als Höhen, wie die schriftlichen Hinterlassenschaften zeigen. Barth nannte die Menage à Trois eine «Notgemeinschaft zu dritt». Alle haben wahnsinnig gelitten darunter, was durch die Briefe zwischen Karl und Charlotte sehr deutlich wird, die erst 2008 öffentlich wurden.
Charlotte von Kirschbaum war Karl Barths theologische Muse aber auch Geliebte, auf die er nicht verzichten wollte. Mit dem Einzug von Lollo im Hause Barth war von vornherein klar, dass zu der Freude an der Arbeit auch eine „von allen dreien zu tragende Traurigkeit“ hinzukommen würde. Diese hat sich nie ganz aufgelöst, auch wenn neben den “strengen” Zeiten manchmal auch „humoristischen Seiten“ Platz hatten. Doch immer am Rande des Nervenzusammenbruchs. Gemeinsam sind die drei Menschen begraben. Wer Karl Barths Grab auf dem Friedhof Hörnli bei Basel aufsucht, sieht auf dem schlichten Grabstein des Familiengrabs neben seiner Frau auch den Namen «Charlotte von Kirschbaum».
Eine von vielen Quellen: «Sie gehört nun einmal zu mir» | Der Bund
AUFKLÄRUNG HILFT!
STELLVERTRETEND FÜR GANZ VIELE NACHRICHTEN, DIE MICH SEIT JAHREN ERREICHEN, TEILE ICH HIER ZWEI BESONDERS ERMUTIGENDE MIT EUCH:
SEX IST EIN GESCHENK AN DEN ANDEREN UND AN SICH SELBST
Illu: Erik Pabst Buch “SEX - Alles, was dich interessiert!” von Veronika Schmidt
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